Adventure, here I come
Jun
22

los ultimos días

The last couple of days. Nach meinem letzten Arbeitstag am Freitag ist die Hauptaufgabe für die nächsten paar Tage bis zu meiner Abreise am Dienstag noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, sich von allen möglichen Leuten zu verabschieden und natürlich zu versuchen meinen ganzen angesammelten Krempel in meinen zwei riesen Koffern unterzubringen (durchaus machbar) und dabei nicht das Gewichtslimit von 23 kg je Koffer zu überschreiten (schon viel schwieriger). Außerdem stand am Samstag noch der Baby Shower meines Chefs an, dessen Frau überraschenderweise schon zur Nacht auf Freitag sein kleines Töchterlein zur Welt gebracht hat (dementsprechend waren er und seine Frau auch nicht da). Ansonsten gingen die Tage mit ein wenig Sport, dem ein oder anderen Einkauf und dem Treffen von Freunden recht schnell vorbei und am Sonntag Abend musste ich mich der Wahrheit stellen und endlich anfangen zu packen, wovor ich mich bis dato gedrückt hatte. Irgendwann war das meiste in den Koffern verstaut und die sahen dabei auch noch recht leer aus, ich war rundum zufrieden. Als dann aber am Montag Abend nach meiner Essenseinladung an meine Gastfamilie nichts mehr half und halb fertig gepackt auch nicht mehr als Ausrede zählt, musste ich feststellen, dass ich wirklich nah am Platz- und Gewichtslimit war, wenn letzteres nicht sogar leicht überschritten. Egal, muss gehen, alle Bücher und schweren Goodies ab ins Handgepäck, das muss dann zwar herumgebuckelt werden, aber es hilft ja nun mal nichts. Auch sonst war der Montag ein durchaus interessanter Tag, der damit begann, dass ich mir huevos a la mexicana zum Frühstück gemacht habe, das heißt Rührei mit kleingeschnittenem, grünen Chilli, Zwiebeln und Tomate. Blöd nur, wenn man dann kurz darauf auf die Idee kommt sich die vom Schlaf noch ganz verquollenen Augen zu reiben – Arghhhhhhh hat das gebrannt! Nach dem gelungenen Frühstück, denn lecker war’s natürlich, denke ich mir ich könnte ja endlich mal meine ganzen Taschen waschen, die während meines Mexiko-Jahres doch das ein oder andere abbekommen haben. Also alle Taschen und Kompartements gründlich kontrolliert, gleich zweimal und dann ab in die Waschmaschine. Bei meiner Sporttasche beäuge ich vorher noch genau den verstärkten Boden, aber der fühlt sich nach Plastik an, also ab damit. Dann telefonier ich, fröhlich mich noch ein wenig vorm Fertigpacken drücken zu können, mit Mama und höre mir Maravillas neuste Abenteuer an, während ich nebenbei schon mal weiter Krempel sortiere. Dabei fällt mir mein Visum in die Hände, was ja unbedingt schon Mal beiseite gelegt werden sollte, der Pass am besten gleich dazu. Wie ich den so suche, fällt mir auf, dass er zuletzt in meinem Rucksack war um Geld zu holen (wenn man die Kreditkarte benutzt braucht man den) – Noooooo! Ich sage Mama schon total hysterisch ich renn mal schnell in den Keller und tatsächlich, da ist das arme Ding, komplett durchgeweicht und der stolze rote Umschlag halb auseinander gefallen und aus dem Leim gegangen. Zum Glück ist die erste Seite eingeschweißt. Ich renne wieder hoch in den ersten Stock in mein Zimmer und bericht Mama halb verzweifelt, halb belustigt meine Dummheit und zeige ihr das Prachtstück per Webcam. Wir beschließen die Seiten im feuchten Zustand auseinander zu futzeln wäre am sinnvollsten, so dass ich mich mit Pinzette bewaffnet an die Arbeit mache, während sie das ganze dokumentiert. Zum trocknen werden die frisch gewaschenen Nylonstrümpfe zweckendwendet und wenig später sieht mein Pass wirklich abenteuerlich aus. Soviel zu meinem Ereignissreichen Montag, der mit ein wenig Sport, einem Bilder-Austausch treffen mit Mora, dem Abendessen mit meiner Gastfamilie und dem restlichen Packen zu Ende geht.
Der Dienstag geht dann schon früh und vom Wecker begleitet los, obwohl ich eigentlich gar nichts mehr zu packen habe und erst gegen Mittag aus Querétaro los muss, aber Maia hat nur ganz früh morgens Zeit und so lasse ich mich zum früh Aufstehen breit schlagen. Danach noch schnell die restlichen Fotos von Mora auf meinen USB Stick gezogen, die hatte sie gestern nicht dabei und dann ab ins Gym ein letztes Mal Sport machen. Zur Belohnung gibt’s danach ein riesiges Liquado aus Orangensaft, Mango, Erdbeeren, Banane und ein bisschen Müsli – mhhhh, soooo gut! Und wie ich das sehe wahrscheinlich auch mein letztes in México. Hilft alles nichts, also zurück nach Hause, duschen, mails checken, die letzten Kleinigkeiten in die Koffer werfen und dann ist es auch schon Zeit. Mein Bus geht um 13:45, Ankunft am Flughafen um 16:45 Uhr, also gute dreieinhalb Stunden bevor mein Flug losgeht. Viel zu früh natürlich, aber man weiß ja nie was auf dem Weg noch so alles passiert und eh ich den Flug verpass dachte ich mir ich hänge lieber ein bisschen auf dem Flughafen ab. Gesagt, getan, beim Abschied von meiner Gastmutter bekomme ich gesagt wie schön es mit mir war und den ganzen Weg zum Busbahnhof erzählt mir mein Gastvater, der mich netterweise fährt, wie zufrieden sie waren und dass ich auf der Liste ihrer Gaststudenten (und die ist lang) ganz oben stehe. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er das nicht vielleicht jedem am Ende erzählt, freue mich aber natürlich trotzdem sehr über dieses schöne Kompliment. Auf der Busfahrt zum Flughafen in Mexico City geht natürlich nichts schief, so dass ich am Ende tatsächlich ewig viel Zeit habe. Um mein Gepäck möglichst schnell loszuwerden, checke ich schon Mal ein, was zu meiner Überraschung auch so lange vor dem Flug schon geht. Meine Frage, ob es Bedarf zur Freiwilligen Aufgabe des Sitzplatzes gegen Entschädigung gibt, was ja auf dem Hinweg schon so toll geklappt hatte, werde ich enttäuscht. Oder vielleicht auch nicht, denn so gehen meine Koffer hoffentlich nicht verloren, ich erspare mir das Pendeln zum Hotel und bin schon früher zu Hause, auch grand. Also Koffer auf die Waage gehieft, der große zuerst, knappe 25 kg, oh oh. Die Air France Dame fragt wie viele Gepäckstücke ich denn aufgebe und als ich zwei sage, bittet sie mich auch das andere auf die Waage zu stellen. Der kleinere (immer noch riesige) Koffer bringt knapp unter 23 kg auf die Waage, ist damit noch im Rahmen und ich werde freundlicherweise nicht zum zahlen oder umpacken aufgefordert, mir fällt schon Mal ein Stein vom Herzen, denn trotz fleissigen wiegens zu Hause, habe ich dem Frieden bei den sich verdächtig schwer anfühlenden Koffern nicht getraut. Next Stop, einen netten Platz zum dreistündigen Warten suchen. Ich steuere eine Restaurant-Bar an, die groß „high speed internet” draußen dran stehen hat, was natürlich wieder halb gelogen, bzw. von mir fehlinterpretiert ist, bedeutet nämlich nicht etwa wifi für jeden, sondern eine Computerstation, an der man für teuer Geld im Internet surfen kann. Diesem Umstand verdanke(n) ich (wir) allerdings auch diesen Blogeintrag, denn irgendwie muss man die Zeit ja totschlagen und dann doch bitte auch einigermaßen sinnvoll. In diesem Sinne werde ich jetzt Mal einen Film schauen – hihihi. See you soon on german grounds….

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Jun
14

back to the roots…

So, Freitag morgen auf der Arbeit schaue ich mich schon Mal nach Möglichen Busverbindungen um, denn dieses Wochende heißt es “back to where it all started”, ich besuche Betto, Pacco und lustigerweise auch Andrés, meinen eigentlich queretanischen Freund, der gerade in Monterrey Sommerkurse an der Tec belegt. Adrian, mein zweiter ehemaliger Roomie aus Monterrey ist inzwischen in seine Heimatstadt Tijuana zurück gekehrt. Ziemlich schnell finde ich dann auch etwas für günstige 308 Pesos mit Abfahrt um 23 Uhr. Geplante Ankunft in Monterrey 7:30 Uhr Samstag morgen, es verspricht also ein anstrengendes Wochenende zu werden. Kurze Zeit später ist das Ticket via Telefon und Kreditkarte gebucht und der Rest des Arbeitstages wartet auf mich. Als der dann überstanden ist, geht’s nach Hause, Wäsche waschen, ein bisschen ausruhen und schlißlich ein paar Sachen in meine Sporttasche werfen, Andrés hat mich schon vorgewarnt, es ist höllisch heiß in Monterrey.

Dann geht es los, Ticket mit entsprechendem Pin vom Schalter abgeholt und eingestiegen. Der Bus ist schon ziemlich voll, und es steigen immer mehr Leute ein, allerdings bleibt der Platz neben mir magisch frei und am Ende ist es der einzige freie Platz im ganzen Bus, was wenigsten ein bisschen annehmbaren Schlaf versprichgt. Gegen 7:30 kommen wir dann in Monterrey an, das Sonnenlicht beleuchtet pitoresk die obersten Bergspitzen. Mit dem Taxi fahre ich zum Campus, Betto und Andrés hatten beide angeboten mich abzuholen, aber ich will ihnen ihr Samstag-morgendliches ausschlafen nicht verderben. In der Tec mache ich ein bisschen Frühsport und treffe die beiden dann frisch geduscht in einer der Cafeterien der Tec, ich muss doch die Chance nutzen die besten Chilaquiles in México, zumindest in meinen Augen ;) , zu essen.

Mittlerweile ist es Mittags und die Hitze ist wirklich kaum erträglich, sogar mit flip flops, Shirt und leichten Shorts. Wir beschliessen uns erstmal ins kühle Kino zu flüchten, aber auch als wir das wieder verlassen, erschlägt uns die Hitze förmlich. Da bleibt nur eins, das mexikanische Hausrezept, eiskaltes Bier im Schatten :) . Danach machen Andrés und ich es uns im schattigen Grün der Tec mit unseren Büchern bequem und bekommen auch prompt einen Besuch von den Rehen abgestattet, bevor es zurück in mein ehemaliges Appartment geht, wo zusammen mit Betto, Pacco, Andrés, Paulina (Bettos Cousine) und deren Freund das Spiel México vs. El Salvador geschaut wird. Während meiner Zeit in México, habe ich die “Selección Azteca” noch kein einziges Mal gewinnen sehen, und auch in diesem Spiel brechen sie den Bann nicht. So geht der Samstag vorbei und ich beziehe mein Quartier in unserer alten WG.

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Für Sonntag haben wir uns überlegt uns kaltes Nass zu suchen, um der erdrückenden Hitze zu trotzen. Gesagt, getan, entscheiden wir uns für den Pool der Residencias der für uns als nicht-Bewohner zwar Eintritt kostet, aber einfach zu verlockend ist um uns davon abhalten zu lassen. Gegen halb zehn mache ich mich also auf den Weg, Betto will gleich hinterher kommen und auch den anderen Bescheid sagen. Auf dem Weg noch schnell ein Liquado gekauft und einen Plausch mit meinen alten Bekannten gemacht, man muss die Gelegenheit ja nutzen immerhin habe ich am Ende jeden Tag eins verdrückt. Ich mache es mir also am Pool gemütlich, vorsichtshalber im Schatten und schmöker in meinem Buch, bis dann gegen 12 Uhr endlich mal die Jungs auftauchen…die sind halt echt keine Frühaufsteher. Anschliessend wird noch zusammen gegessen und dann ist es auch schon Zeit sich auf den Rückweg nach Querétaro zu machen, ich will am Montag ja nicht total geplettet im Büro sitzen.

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Beim Abschied am Busbahnhof glänzen unsere Augen schon leicht wässrig, aber wir kriegen das ganze ohne Geheule über die Bühne und ich verklicker den dreien noch mal ausdrücklich, dass ihr Besuch in Deutschland mehr als erwünscht ist, schliesslich gehören sie jetzt praktisch zur Familie.

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Jun
4

Ixtapa/Zihuatanejo

Lange, lange geplant und endlich geschafft, Strand, wir koooommeeeen! Losgehen soll es am Samstag morgen zu unhumaner Uhrzeit, angepeilt ist 4.30 Uhr. Angepeilt und nicht geplant, weil ich es mittlerweile aufgegeben habe, genaue Uhrzeiten in Mexiko einzuplanen, in der Regel verschiebt sich alles um eine bis anderthalb Stunden nach hinten, so ist das halt auf der anderen Seite des Atlantik. Bis wir dann tatsächlich Querétaro in Richtung Pazifikküste verlassen, ist es 5.30 Uhr. Die Fahrt dauert laut meinen Arbeitskollegen 5 Stunden, da wir aber mit Andrés´ Kleinbus samt 9 Passagieren unterwegs sind, rechne ich mit ca 6 Stunden, bis wir endlich den heißen Sand unter den Füssen spüren. Leicht abenteuerlich wird es, als die Reservelampe des Tanks aufleuchtet, wir aber noch meilenweit von möglichem Nachschub entfernt sind, doch der Kleinbus schleppt sich wacker bis zur nächsten Tankstelle, auch wenn wir immer langsamer fahren müssen, aus Angst vor zu hohem Benzinverbrauch. Während der letzten halben Stunde Fahrt werde ich schon ganz hibbelig, ich will endlich ankommen. Dann ist es soweit, während die anderen sich noch am Auto umziehen und Taschen sichten machen Andrea und ich uns schon Mal auf den Weg einen Schattenplatz zu erobern. Als die anderen nicht nachkommen wundern wie uns leicht, dann kommt Andrés und berichtet, einige würden lieber an einen anderen Strand – nerv! Da sitzen wir so lange im Auto und man kann sich nicht während der Fahrt überlegen was man möchte? Ich bin schon leicht angesäuert, aber gut, was will man machen. Wir marschieren also mitsamt Rucksäcken wieder in Richtung Auto um zu klären, wo´s denn nun ins frische Nass geht. Nach 10 Minuten haben sich endlich alle eingefunden und der Konsens ist hier zubleiben…also mitsamt Gepäck wieder zurück gestiefelt, wie unnötig! Naja, egal jetzt, erstmal ins Wasser gesprungen – ahhh tut das gut. Der Rest des Tages, vergeht, wie nun mal so ein Strandtag in Mexiko vergeht, mit viel eiskaltem Bier, Strandfußball, lesen, schwimmen, quatschen…

Gegen 17 Uhr wird dann unser angemietetes Strandmobilar eingesammelt und wir machen uns widerwillig auf die Suche nach einer Schlafmöglichkeit. Die finden wir auch schnell im Hotel eines netten Franzosen, der sich im Urlaub vor 20 Jahren in seine mexikanische Frau verliebt hat und kurzerhand hier geblieben ist. Für 1000 Pesos bekommen wir 7 Doppelbetten und 2 Bäder zur Verfügung gestellt, was für ein Schnäppchen. Als wir dann alle geduscht und umgezogen sind, geht es auf zur Nahrungssuche. Wir entscheiden uns für Tacos zum Mitnehmen, die wir dann am Strand picknicken wollen. Dank fehlender Kommunikation haben am Ende nur 6 von uns 9 Tacos bestellt, die restlichen 3 haben sich dafür entschieden sich lieber auf die Suche nach Fisch bzw. Meeresfrüchten zu machen. Eigentlich ja kein Problem, wenn das ganze in irgendeiner Form kommuniziert worden wäre. War es aber nicht und so beginnt eine Trennung der Gruppe in zwei Teile. Wir kaufen noch etwas zu trinken und machen uns dann auf den Weg zum Strand. Wo wir mehr oder weniger gezwungenermaßen getrennt essen. Doch auch nach dem Essen kommen wir nicht mehr richtig zu einer Gruppe zusammen, und wir 6 wundern uns ganz schön, was denn hier eigentlich los ist? Irgendwann gegen 1 Uhr morgens machen wir uns dann auf den Rückweg ins Hotel und nach dem Zähneputzen wieder wach schlage ich vor uns noch ein bisschen im Hotel Pool zu tummeln…wenn man schon einen hat, dann muss man ihn schließlich auch nutzen. Gesagt, getan, alles natürlich brav im Flüsterton, wir wollen ja niemanden aufwecken . Gegen halb drei geht es dann endlich ins Bett und nach so einem langen Tag bin ich praktisch eingeschlafen sobald mein Kopf das Kissen berührt.

Am nächsten Morgen wache ich um kurz vor 9 auf. Abends hatte ich schon angekündigt, dass ich mich nach dem aufstehen direkt auf den Weg zum Strand machen würde und die anderen 5 unserer jetzt ja kleineren Gruppe hatten mich gebeten sie zu wecken weil sie direkt mitwollten. Gesagt getan, leider musste ich am Ende doch ne gute halbe Stunde mit gepackter Tasche warten, bis dann alle soweit fertig waren, was ich ja eigentlich vermeiden wollte. Aber das ist wohl mit mehreren Leuten kaum möglich. Wie auch immer, irgendwann sind dann alle fertig und es geht im Gänsemarsch Richtung Wasser, von wo aus wir dann per Boot zu “las Gattas”, einem himmlischen Strand in einer kleinen Bucht, gefahren werden, den wir mit seinen bestimmt 10 Restaurants ganz für uns haben. Nice. Und so vergnügen wir uns im Wasser dümpelnd, das hier schön ruhig und glasklar ist. Irgendwann macht sich dann ein junger Mann neben uns an seinem Boot samt Riesen-Banane zu schaffen und ich komme auf die Idee das könnte man doch mal machen. Schnell ist ein Preis ausgehandelt, die Schwimmwesten übergezogen und schon sitzen wir zu sechst hintereinander aufgereiht auf der Banane. Am Anfang geht es recht ruhig und langsam los, ziemlich unspektakulär denken wir uns. Doch dann geht es mit Vollgas in eine scharfe Kurve und wir werden johlend von der Banane geschleudert. Im Wasser treibend kriegen wir uns kaum ein vor lachen und schwimmen prustend wieder auf Boot und Banane zu um erneut draufzuklettern. So geht das noch zweimal, wobei wir im Gleichgewicht halten und gegensteuern immer besser werden, dann geht es zurück zum Strand, vorbei der Spaß. Noch ein paar Poser-Fotos auf der Banane geschossen und dann schnell wieder in den kühlen Schatten geflüchtet. Irgendwann trödeln dann auch die restlichen 3 Jungs ein, denen wir durch das Hotel vermittelt haben an welchem der vielen Strände wir uns herumtreiben. So vergnügen wir uns noch bis Nachmittags und machen uns dann gegen halb sechs auf den Rückweg. Geplant war eigentlich um 16 Uhr zurück zu fahren….naja…hat wohl nicht geklappt. Nach einer scheinbar endlos langen Fahrt kommen wir dann um 1 Uhr nachts in Querétaro an, wo ich schnell unter die Dusche springe um meine Salzkruste wegzuschrubben und mich dann todmüde ins Bett werfe, immerhin muss ich in 5 Stunden schon wieder raus . Insgesamt war das Wochenende leider nicht ganz so toll, wie ich es erwartet hatte…Ixtapa ist doch wesentlich weiter weg als ich es erwartet hatte und 6-7 Stunden einfache Fahrt für ein Wochenende sind schon ein ziemlicher Hammer. Am meisten hat mich aber die Aufteilung der Gruppe in 2 Teilgruppen aus mir nicht verständlichen Gründen gewurmt, immerhin war es Andrés´ und mein letzter gemeinsamer Roadtrip. Am Montag ist er zu Sommerkursen an der TEC, Campus Monterrey aufgebrochen, die einen Monat lang dauern, also erst aufhören wenn ich schon wieder in good ole Germany bin. Nun ja…jetzt ist es eh zu spät. Am kommenden Wochenende werde ich wohl Paco, Betto und jetzt ja auch Andrés in Monterrey besuchen, auch wenn ich mich jetzt schon vor der ewigen Busfahrt graule, wat mut dat mut, und man lebt ja nur einmal in México…oder nicht?!?!?

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May
19

San Miguel de Allende

So, es ist Samstag, kurz nach 10 Uhr morgens. Andrés holt mich ab, auf geht’s zur Tec ein bisschen sporteln und dann weiter nach San Miguel, einem Örtchen nur 40 Minuten von Querétaro entfernt und als Stadt der Gringos (US Amerikaner) bekannt. Historisch gesehen wohl eine der wichtigsten Städte Mexikos, denn hier startete im frühen 19. Jahrhundert die Unabhängigkeitsbewegung die letzlich zu einem freien Mexiko führte. Seitdem ist jeder 16. September zum Volksfest in ganz Mexiko geworden, an dem Millionen von Menschen “Viva Mexico!” im Chor schreien. Naja, wie auch immer, schon mehr als 4 Monate in Querétaro und immer noch nicht diesen historischen und sehr hübschen Ort besucht? Kann ja nicht sein. Wir machen uns also gegen halb eins von der Tec aus auf den Weg und genießen unseren Mini-Roadtrip, entsprechende musikalische Begleitung darf natürlich nicht fehlen.

Angekommen machen wir erstmal einen Rundgang zu Fuß, unter anderem kommen wir an einer Kirche vorbei und staunen nicht schlecht, als die im Minutentakt (und ich übertreibe nicht!) Brautpaare produziert, die dann kurz auf der Treppe für die Fotos posieren und dann aber auch schon Platz für die nächsten machen müssen…naja, kein Wunder, bei so einem berühmten Örtchen. Danach geht’s auf einen Artesania Markt und dann, mit schon ordentlich knurrendem Magen, etwas zu essen gekauft (Andrés Bistek und ich Pollo con Mole) und in den Park gefahren um dort zu picknicken. Der stellt sich zwar als sehr schön und gepflegt heraus, leider aber auch als wesentlich Wege-lastiger als erwartet und ohne erhoffte Wiese. Macht nichts, wir picknicken also stattdessen am Rande eines Basketball-Feldes und schauen der Stadt-Liga beim wochenendlichen Match zu – so lässt es sich leben. Danach cruisen wir noch ein bisschen durch die engen und teilweise bedrohlich steilen Gassen und machen uns schliesslich auf den Heimweg. Zurück in Querétaro beginnt bereits der abendliche Nieselregen und so fahren wir noch schnell bei unseren jeweiligen Häusern vorbei um Pullis und geschlossene Schuhe zu holen, bevor es dann weiter geht – Party ist angesagt. Der Jahrgang der Tec, der dieses Semester seinen Abschluss macht, ist bereits mit allen Prüfungen fertig, und das muss natürlich gefeiert werden. Am Anfang noch leicht akward, weil alle um uns herum schon ordentlich angetrunken sind (die Party steigt schon seit Mittags), sind wir nach dem ersten Drink schon fleissig beim tanzen uns so geht das weiter bis Andrés mich dann irgendwann nach Hause fährt…morgen ist lernen angesagt, am Montag blüht mir meine letzte Klausur, dann ist das Tec-Studium endgültig vorbei….schade!

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May
19

un viernes tipico (ein typischer Freitag)

Morgens um 6.20 Uhr klingelt der Wecker. Nachdem ich ihn eine halbe Stunde lang weitergestellt habe, quäle ich mich dann endlich aus dem Bett, springe unter die Dusche, angezogen und los…7.15 Uhr, ich liege gut in der Zeit…Die Luft ist so früh morgens noch herrlich frisch und klar, ohne dass es dabei kalt ist. An der großen Baustelle vorbei zur Bernado Quintana (Straße) gelaufen und dort in den ersten Bus gesprungen der vorbeikommt. Dem Busfahrer meinen Studentenausweis unter die Nase gehalten, der mir auf meine 10 Pesos mürrisch 7 statt nur 5 wieder rausgibt. Nach 2 Stationen wieder raus, einen Block gelaufen und in den X-Bus eingestiegen. Um 7:45 Uhr komme ich im Geschäft an.

Der Vormittag will gar nicht vorbei gehen, ich habe mal wieder überhaupt nichts zu tun. Endlich ist es 13.15 Uhr, Mittagessen, ich bin schon richtig hungrig. Offiziell geht es um 14:45Uhr weiter, anderthalb Stunden Mittagspause. Viel zu lange, vor allem für Deutsche, die ihr essen in 15 Minuten herunter geschlungen haben. Ich will nicht schon wieder an den Schreibtisch zurück und mich langweilen, also geht’s mit Sonnenbrille und i-pod ausgerüstet auf die Straße, ein bisschen die Beine vertreten. Ziemlich schnell wird mir allerdings viel zu heiß, also wohl doch zurück ins Geschäft.

Andrés hat eine sms geschrieben: “hola, hoy a que hora sales del trabajo?” (hey, wann hörst du heute auf zu arbeiten)

ich: “salgo a las 6…” (um 6)

Andrés:  “Oye,  tengo ganas de cantar lemon tree y papas con helado asi que paso porti” (hör mal, ich habe lust “lemon tree” (unser lied, dass wir immer in seinem VW Pointer mitsingen…oder eher brüllen :) ) zu singen und auf Eis mit Pommes (eine Kombination an die ich ihn herangeführt habe…ich weiss, ich denkt iehhhhh, aber es ist echt nicht schlecht!)

Ich rufe ihn an und wir machen aus, dass er mich um 18 Uhr abholt, wir in der Tec ne Runde Basketball spielen und anschließend zu McDonalds fahren…

Mit diesen Aussichten und mittlerweile wenigstens ein bisschen was zu tun, vergeht der Nachmittag zum Glück nicht ganz so zäh wie noch der Vormittag und um fünf vor sechs packe ich meine sieben Sachen, fahr den Computer runter und gehe…hah, endlich Wochenende!!! Draußen wartet schon Andrés in besagtem Pointer und kaum bin ich eingestiegen geht’s los: Lemon Tree at it’s finest, zumindest in unseren Ohren :)

An der Tec angekommen müssen wir feststellen, dass die Turnhalle schon für die Abschluss-Feier den Graduenten vorbereitet ist, mit Stühlen und allem drum und dran. Prompt fängt es an zu regnen und damit ist auch die Option draußen zu spielen gestorben (Nach nun dem dritten Abend in Folge kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass die Regensaison begonnen hat, die sich lustigerweise IMMER auf den Abend beschränkt…finde ich sehr rücksichtsvoll). Naja, statt dessen trainieren wir ein bisschen in der Gym und rennen wenig später durch den  strömenden Regen zum Auto…auch wenn ich es nicht für möglich gehalten hätte: ich habe den Regen vermisst. Und nachdem wir von den 50 Metern bis zur Trockenheit klitschnaß im Auto sitzen, müssen wir beide loslachen…manchmal sind es eben die kleinen Dinge im Leben…oder sind es die immer?!

Von weiteren Lieblingsliedern grölend begleitet geht es zu Mc Doof. Da es immer noch schüttet, entscheiden wir uns für Drive-Through und im Auto essen. Für Andrés gibt es Pommes und Eis, für mich eine große Cola-light, ich bin mal wieder auf Diät…dann entscheiden wir uns für den Blick auf die Straße anstatt auf den Parkplatz und Andrés parkt das Auto entsprechend (die Konversation hat sich so ähnlich angehört wie “wünschen Sie Strandblick oder Gebirge?” :D ) Und so sitzen wir da, betrachten durch Windschutzscheibe und strömenden Regen den vorbeiziehenden Verkehr, singen und bekleckern uns und das Auto vollständig…na gut, es war vor allem Andrés mit seinem Eis, dessen Waffel irgendwo ein Leck hatte und den Pommes, die er beim mittanzen zur Musik im ganzen Auto verteilt hat :)   – wir hatten auf jeden Fall jede Menge Spaß. Als wir dann fertig sind, fährt er mich zu Hause vorbei und wir verabreden uns für eine Haus-Party bei Carlos am Abend…er kommt dann irgendwann vorbei und holt mich ab….

Such a great start in the weekend. Ich schätze mich wirklich super glücklich so einen tollen Freund gefunden zu haben, mit dem das bloße Abhängen immer so lustig und schön ist. Gracias a ti Andrés por hacer mi semestre aqui en Querétaro tan especial!

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May
15

die letzten paar Wochen…

…so, nachdem die Regierung ja in den letzten paar Wochen jede Menge Panik verbreitet hat und das öffentliche Leben teilweise komplett zum Stillstand kam, ist mittlerweile wieder Ruhe und Routine eingekehrt. Die Tec hat sich entschlossen die durch Schweinegrippe verloren gegangene Zeit zumindest teilweise wieder aufzuholen, so dass der reguläre Vorlesungsbetrieb eine Woche später als geplant aufgehört hat, sprich gestern. Meine Spanisch und Qualitätsmanagement Abschlussklausuren habe ich schon hinter mir, am kommenden Montag folgt dann Fabrikplanung und dann ist der ganze Spuk endgültig vorbei – schade! Ich habe meine Zeit an der Tec wirklich genossen, besonders dieses Semester. Teilweise vermutlich, weil ich wirklich Glück mit den Professoren hatte, andererseits aber auch, weil ich in jedem der Kurse super nette Komilitonen gefunden habe, nicht zuletzt meinen besten Kumpel hier kennen gelernt habe. Nicht zu verachten ist wahrscheinlich auch der Grund, dass meine meisten Vorlesungen in der Arbeitszeit lagen, und somit auch immer “Befreiung” davon versprochen haben…sich immer nur langweilen ist halt einfach nicht so toll. Naja, wie auch immer, ich werde die Tec und alles dazugehörige vermissen!

Für die nächsten paar Wochen bleibt der Campus noch offen und ich werde die Gelegenheit zum Sport machen nutzen und auf diese Weise noch ein bisschen länger Tec flair geniessen.

Ansonsten waren die letzten Wochen recht ruhig. So richtig wegzugehen haben wir uns bisher noch nicht getraut. Die Luft in Mexikanischen Clubs ist in dank fehlendem Rauchverbot und mangelnder Lüftung + totaller Überfüllung immer zum schneiden dick. Wenn da tatsächlich mal ein Virus kursiert hat ihn danach wirklich jeder. Stattdessen waren wir Billard spielen, was trinken, oder im Kino. Dazu kam natürlich noch erhöhter Arbeitsaufwend für die Endphase der Uni. Mich hat’s mit meinen 3 Kursen diesmal kaum erwischt, nur ein einziger hatte ein Final Project, die immer sehr arbeitsaufwendig sind. Andrés und meine anderen mexikanischen Freunde haben´s da mit 6-7 Kursen nicht so gut…

Gestern Abend hat dann das international Office der Tec eine Abschiedsfeier für uns veranstaltet. Das ganze war draußen insziniert (offiziell sollen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen Virus-bedingt weiterhin vermieden werden), mit Lounge Sesseln, Lichtstrahlern, Alkohol-freien Coctails und Buffet. Und ausgerechnet an dem Abend hat sich derWettergott überlegt er könnte ja schon Mal einen vorgeschmack auf die bald anstehende Regensaison geben – so ein Pech! Wir sind dann alle ins nächststehende Gebäude geflüchtet…es war trotzdem schön alle nochmal wieder zu sehen, zumindest die, die noch nicht abgereist sind.

Für das Wochenende steht ein Tagestrip nach San Miguel an. Außerdem lernen, worauf ich natürlich wie immer so richtig viel Lust habe, aber naja, wat mut dat mut, ge?!

Ich halte euch auf dem laufenden…nur noch knapp 4 Wochen und dann habe ich wieder deutschen Boden unter den Füßen und kann live berichten…die Zeit fliegt hier nur so davon und ich bin mir noch nicht sicher ob ich damit einverstanden bin :)

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Apr
27

Schweinegrippe in México

scary stuff – bis zum heutigen Tag schon 86 Tote und der Herd des ganzen keine 200 km entfernt in México D.F. (Distrito Federal = Mex City). Trotzdem, in Querétaro geht das Leben seinen alltäglichen Gang, es gibt zwar einige bekannte Krankheitsfälle, aber noch keine Toten und auch von einer Panik ist noch keine Spur.

Fazit des ganzen: mir geht es gut, macht euch keine Sorgen! Ich passe auf mich auf, gehe mir nachher noch einen Mundschutz kaufen (zusammen mit der After Sun Lotion – ich habe es schon wieder geschafft mich ordentlich zu verkohlen, will i never learn it?) für den Fall, dass ich doch Mal in einem überfüllten Bus fahren sollte und werde natürlich auch verschärft auf Symptome achten.

So no worries, i’m a big girl and will be careful!

Update 22:52

Mittlerweile haben Andrés und ich 4 Apotheken abgeklappert, der Mundschutz ist schon überall ausverkauft, Andrés versucht es morgen früh nach 10 Uhr nochmal bei einer in seiner Nähe, bis dahin sollen neue gekommen sein…

Die TEC und alle anderen Schulen und Universitäten in Querétaro (der Staat, nicht die Stadt) sind ab sofort bis zum 6. Mai geschlossen (ich sehe das ganze von der (un-) praktischen Seite, denn das heißt mehr Zeit in der Firma verbringen), außerdem sollen alle Ansammlungen von Menschen wie Veranstaltungen, Kino, Busse, Einkaufszentren etc. gemieden werden (gut, dass Andrés und ich gestern Nacht noch im Kino waren :) ). Wenn ihr mich fragt, wird hier ganz schön die Panik angekurbelt. Klar, die meisten Maßnahmen sind sinnvoll, trotzdem fehlt im Radio und ähnlichem der regelmäßige Hinweis, dass Infizierte bei einer frühen Erkennung und Behandlung der Symptome nicht gefährdet sind.

Ich halte euch auf dem laufenden.

Update 28.04.

Gestern noch liefen nur vereinzelt Mitarbeiter in der Firma mit Gesichtsschutz rum, heute waren es schon an die Hälfte. Masken sind überall dauerhaft ausverkauft, mittlerweile konnte ich eine vom Baumarkt-Typ ergattern, allerdings habe ich vor die nur im Bus und an überfüllten Orten aufzusetzen. Mein Bruderherz hat mir eine super süße Mail geschrieben mit allen möglichen Vorsichtsmaßnahmen, inklusiver genauer Anweisung wie oft und wann ich mir die Hände waschen muss um mir in der Nase zu popeln, oder wie er es ausgedrückt hat wenn ich “einen Popel bergen muss” :) . Außerdem mach ich mir bei dem Gerücht, die Länder könnten ihre Grenzen schließen, ein bisschen Sorgen, was ist wenn ich dann nicht mehr nach Hause darf? Naja, wird schon nicht so schlimm sein, immerhin sind’s noch anderthalb Monate und da kann viel passieren.

Das war’s erstmal aus dem Kriesengebiet, irgendwie ist das Leben abgesehen von den vielen Gesichtsmasken um mich herum doch irgendwo noch ziemlich normal, und an die gewöhnt man sich auch immer mehr.

Update 30.04.

Laut Anweisung aus Mexico City sind ab morgen (Freitag) bis einschließlich 5. Mai alle Firmen, die nicht zur Herstellung Lebensnotwendiger Güter oder Serviceleistungen dienen, zu schließen. Das ganze hört sich dramatischer an als es ist, da 2 von den 3 Tagen eh Feiertage sind, dennoch eine recht deutliche Ansage. Mittlerweile bin ich leicht krank geworden, war natürlich direkt brav beim Arzt um jegliche Verbindung mit der Schweinegrippe auszuschließen und bin auch schon fast wieder gesund. Es waren wohl die ersten Vorläufer einer normalen Grippe mit irritiertem Hals, Kopf- und Gliederschmerzen, jetzt allerdings schon auf leichte Halsschmerzen reduziert, da gleich am Anfang attackiert. Ihr seht, ich halte mich wacker…und mal ganz abgesehen davon, inzwischen habt ihr den Virus ja auch schon in good ole Germany, also, passt ihr gefälligst auch auf euch auf. Der geplante Strandtripp fällt dadurch allerdings leider schon zum 3. Mal ins Wasser – annoying!

Update 07.05.

So, mittlerweile wird wieder gearbeitet (seit gestern) und auch die Uni ist wieder offen und es finden regulär Kurse statt (seit heute). Die neue Regelung der TEC ist, die verpasste Woche nachzuholen und somit die Klausuren-Phase um eine Woche nach hinten zu verschieben…good as far as it concerns me! Als ich heute morgen den Campus betrat wurde ich direkt mit Mundschutz und Desinfektionsgel empfangen, was pro forma an alle Studenten verteilt wird. Die wenigsten tragen allerdings ihre Masken, mittlerweile kommt einem die Situation hier recht übertrieben vor, schließlich gibt es in ganz Querétaro bisher nur 2 infizierte Personen. Naja, Vorsicht ist wohl besser als Nachsicht und die werde ich wohl auch weiterhin üben, also keine Sorge.

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Apr
18

eine Woche Chiapas

So, nachdem ja jetzt schonmal alle Tickets für die Hinfahrt gekauft sind und die Wäsche vom Vorabend frisch gewaschen im Hof hängt geht es also am Samstag morgen richtig mit packen los. Vorher wird allerdings noch Iki angerufen um einen schönen Geburtstag für den nächsten Tag zu wünschen, denn im Dschungel finde ich bestimmt kein Telefon um ihr zu gratulieren (das ist leicht übertrieben, denn obwohl unser erstes Ziel Palenque tatsächlich im Dschungel liegt, befinden wir uns doch noch in zivilisiertem Gebiet). Am Ende reicht die Zeit gerade so aus…obwohl eigentlich nicht viel in meinen Koffer wandert, hauptsächlich T-Shirts, ein para Shorts, nur eine einzige Jeans und ein Pulli, denn angeblich herrscht in Chiapas ein schwül-heisses Klima, so sehr, dass ich schon Sorge hatte die Woche vor lauter Hitze und Schweiss gar nicht geniessen zu können. Doch ausserdem will natürlich auch noch Reisepass und Visum zusammengesucht und sicher verstaut werden…man weiss ja nie und dann noch der übliche Kleinkram wie Waschtasche, Ladegeräte, Badesachen etc. Am Ende läuft es auf eine volle, aber nicht aus den Nähten platzende Reisetasche hinaus, noch durchaus vertretbar :) . Und dann steht Andrés auch schon vor der Tür. Wir hatten ausgemacht, dass er mich mit dem Taxi abholen kommt, sein Auto wollte er auf dem sicheren, weil bewachten, Parkplatz der Tec abstellen, mein Haus liegt von dort aus auf dem Weg zum Busbahnhof. Entsprechend verdutzt schaue ich aus dem Häuschen, als er mit seinem VW Pointer da steht. Wie jetzt? Da hatten wir uns wohl missverstanden…er meinte wohl, wir würden zusammen zur Tec fahren und von dort aus dann mit dem Taxi, nur reicht die Zeit dafür überhaupt nicht mehr, das müsste ihm doch auch aufgefallen sein?! War es wohl nicht. Kurz entschlossen fragen wir Becerras, ob das Auto vor der Haustür stehen bleiben kann, kann es. Also nun aber flott, wir laufen bis zur Strassenecke, winken uns ein Taxi herbei und schon sind wir unterwegs. Am Bahnhof angekommen läuft auch alles mit unseren per Telefon gekauften Fahrkarten glatt, die wir nun abholen und 10 Minuten später sitzen wir auch schon im Primera Plus Bus Richtung Mexico City, Terminal Norte. Der Bus ist ein wahrer Traum und wir grübeln und hoffen ob der von Mexico City nach Palenque wohl genauso gut ausgestattet sein wird, obwohl er zu einer anderen Gesellschaft gehört. Mit wenig Verkehr auf den Strassen kommen wir sogar etwas früher an als geplant und nachdem wir auch hier unsere bereits bezahlten Tickets abgeholt haben, stärken wir uns erstmal mit Orangensaft und kaufen gleicht noch Salat (sowohl Obst- als auch grün) für die Fahrt, man muss sich ja nicht immer nur mit Chips vollstopfen (ok, die habe ich trotzdem noch gekauft, immerhin stehen 15 Stunden am Stück vor uns). Dann geht es weiter, diesmal mit ADO, der Bus leider nicht ganz so toll wie der erste, trotzdem aber noch sehr luxuriös im Vergleich zu deutschen Reisebussen. Wir machen es uns also bequem. Ich hatte im Internet gelesen, dass die Klimaanlage aus Prinzip auf unter Null Grad gestellt wird und deshalb Schal, Decke und ein extra Paar Socken mitgenommen, weise Vorraussicht wie sich wenig später herausstellt. Zu meinem grossen Entsetzen erweist sich nach der Hälfte des ersten Films der Fernseher als mittel unbrauchsam, der Bildschirm ist mehr schwarz als farbig, immer wieder verschwindet das Bild ganz. Was für eine Enttäuschung, wo ich doch kurz vorher noch Andrés verkündet habe, dass mit ein paar durchschnittlichen Filmen die Reise wie im Flug vergehen wird. Pustekuchen, daraus wird wohl nichts. Irgendwann stimme ich dann aus Verzweiflung zu Sudoku zu spielen, nur um nach 20 Minuten das Spiel zu verwünschen :) . Während wir uns überlegen wie heiss es wohl in Palenque sein wird, schlussfolgern wir, dass aufgrund von Temperatur und Feutchtigkeit wohl auch jede Menge Kakerlaken vor Ort sein dürften und etablieren schon Mal, das Andrés für die möglichst unauffällige Tötung und beseitigung verantwortlich ist (die wirksamste Methode ist mit Schwung draufzutreten, allerdings macht das ein recht unangenehmes Geräusch wenn der Panzer knackt und man riskiert ausserdem Kakerlakenreste an der Schuhsohle kleben zu haben – am Ende wird sich diese Unterhaltung als irrelevant herrausstellen, wir haben keine einzige Kakerlake gesehen). Bei den 2 Pausen die wir im Süden einlegen schlägt uns beim verlassen des Buses eine Wand aus Feuchtigkeit und Hitze entgegen, wohl auch weil die Klimaanlage im Businneren eher an Eiszeit als Sommer erinnern lässt. Trotz alle dem kommen wir dann gegen 8 Uhr morgens in Palenque an und lassen uns per Taxi in eine kleine Hostel – und Cabaña Ansammlung nahe der Ruinen fahren. Wir haben Glück, obwohl nicht reserviert gibt es eine Cabaña (kleine Hütte) mit 2 Betten für die Nacht, das ganze für 260 Pesos, ca 7 Euro pro Person. Wir stellen also unsere Sachen ab, ziehen uns leichtere Kleidung an und laufen vor zur Starsse wo uns ein Collectivo (wie ein Mini-Bus) zu den Ruinen bringen soll. Auf dem Weg dorthin stolpern wir noch über einen Tour-Veranstaltung und buchen direkt für den Nachmittag: Agua Azul und Misol-Ha, zwei Wasserfälle in der Nähe. Die Aussicht bei dieser Hitze schwimmen zu gehen erscheint himmlisch. Nun aber wirklich zu den Ruinen. Die liegen von Wald umgeben und sind sehr eindrucksvoll, aber es herrscht auch eine Affenhitze. In kürzester Zeit bin ich total verschwitzt, wohl auch, weil wir ehrgeizig auf jede einzelne raufklettern (später werden wir dann etwas nachlässiger). Wir schiessen also fleissig Touri-Bilder, laufen das gesamte Arsenal ab, das in Wirklichkeit nur ca 5 % der Maya-Stadt ist, der Rest ist noch nicht freigelegt, halten nach Affen und anderen Dschungel-Tiern Ausschau (leider vergebens) und gehen anschliessend noch ins Museum vor Ort. Um Punkt 12 Uhr warten wir dann auf unseren Tour-Bus, der ganze 40 Minuten auf sich warten lässt. Irgendwann ist er dann aber da und es geht los, zuerst zu dem kleineren Wasserfall, an dem nur eine halbe Stunde und somit kein Schwimmen eingeplant sind. Nett, aber nicht riesig beeindruckend. Hier erstehe ich dann auch meine erste von 2 typischen weissen Blusen mit Stickereien. Weiter geht´s also zu Aguas Azul, drei Stunden sind geplant und schon bei der Ankunft merkt man, dass die ganze Anlage wesentlich grösser angelegt ist. Auf der „Suche” nach dem Wasserfall laufen wir vorbei an unzähligen Esss – und Souvenirständen. Dann kommt er in Sicht, der Name passt, dass Wasser sieht tatsächlich verlockend blau und klar aus und im Hintergrund rauscht wunderbar ein riesiger Wasserfall. Das einzige Problem – praktisch jeder Quadratmeter am Ufer ist schon belegt  . Während wir noch so den Wasserfall bestaunen und darüber grübeln wo wir uns wohl am besten niederlassen sehen wir ein kleines Floss, dass an einer Leine festgemacht auf dem Wasser dümpelt und scherzen, ob wir es uns nicht darauf bequem machen sollten. So richtig Ernst nimmt das keiner von uns beiden, denn alleine die Tatsachen, dass bei so überfüllten Ufern das Floss leer daliegt, spricht dafür, dass es nicht für Touristen und zum Spass, sondern eher zum überqueren des Wassers gedacht ist. Nach ein bisschen rumwitzeln beschliesse ich dann tollkühn es einfach zu wagen, mehr wieder runtergeschmissen zu werden kann ja eigentlich nicht passieren. Und klettere ich durch die kleine Absperrung, wate zum Floss, ziehe es an Land um Andrés und die Sachen darauf zu verstauen und mache es schliesslich neben einer winzigen mit Sträuchern bewachsenen Insel fest, die uns ein wenig Schatten spendet. Was ein Paradies! Auf dem Wasser, mit Schatten und ein Platz ganz für uns, wir können unser Glück kaum glauben :) . So geniessen wir schwimmend und im Halbschatten liegend den Nachmittag und ich hole zwischendurch, mit Portmonnaie zwischen die Zähne geklemmt zum Ufer schwimmend frische und schon zugeschnittene Mango mit Chile und Limone um uns zu stärken. Auf dem Rückweg lassen wir uns fälschlicherweise im Zentrum, statt in unserer Bleibe abliefern, nutzten die Gelegenheit aber, um schon die Tickets für die morgige Weiterfahrt zu kaufen, es soll nach Ocosingo gehen, dort befinden sich die Ruinen von Toniná und da es auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel San Cristóbal liegt, scheint ein Zwischenstopp praktisch. Zurück in unserer Bleibe werden nur schnell die Sachen abgelegt und weiter geht´s zum Restaurant der kleinen Hostel-Siedlung, dass sich eines ausgezeichneten Rufes erfreut. Wir teilen uns einen Salat und eine Pizza, die beide tatsächlich super schmecken und geniessen dabei live Musik. Anlässlich einiger Mitreisenden zu den Wasserfällen am Nachmittag, verstricken wir uns in eine Diskussion über Homosexualität, ein Thema, dass in México noch nicht annähernd soviel Toleranz erfährt wie in Deutschland. Andrés Hauptaussage: Er finde es Ok, im Prinzip sei es ihm egal, aber für „natürlich” halte er es nicht. Ein bisschen erschrocken bin ich über diese zwar nicht diskrimminierende aber dennoch deutlich ablehnende Haltung schon. Schliesslich habe ich habe ich einige homosexuelle oder bisexuelle Freunde und hatte mir von Andrés, meinem besten Kumpel hier in México den ich sehr schätze, schon eine offenere und tolerantere Haltung erhofft. Wir geraten in eine hitzige Diskussion in der jeder versucht dem anderen mit allerhand Beispielen und Szenarien von seiner Ansicht zu überzeugen, wobei wir das ganze zum Glück nicht persönlich nehmen und es schaffen uns in den kleinen Pausen noch anzulächeln. Es macht Spass mit Andrés zu diskutieren, wohl nicht zuletzt weil ich am Ende das Gefühl habe ihn zumindest etwas nachdenklicher an die Sache herangehen zu sehen. Nach dem Essen schauen wir noch bei einer Bar um die Ecke vorbei, auch hier Live-Musik im Freien mit einer angenehmen und relaxten Atmosphäre und lassen hier den Abend ausklingen. Jetzt nur noch schnell duschen und dann ab ins Bett, es war ein langer, anstrengender, aber auch sehr schöner Tag nach einer noch längeren Busreise. In der Nacht schlafe ich wie ein Baby.

Am nächsten Morgen stehen wir schon früh auf, unser Bus nach Ocosingo fährt um 9:10 ab, um 8:50 sollen wir an der Station sein. Also raus aus dem Bett, gleich nochmal unter die Dusche (obwohl es in der Nacht überraschenderweise nicht sonderlich heiss war, wohl auch dank des Ventilators im Zimmer), Sachen zusammen sammeln, Schlüssel abgeben, Kaution entgegennehmen und los geht´s. Zum letzten Mal laufen wir zur Strasse vor und warten auf einen Collectivo, der uns mit ins Zentrum nimmt. Wie wir da so stehen, unsere Taschen am Strassenrand abgestellt, weil alles daneben leicht matschig ist, kommt ein Bus vorbei und fährt, nachdem er sie mit dem Vorderrad leicht verfehlt hat, doch tatsächlich mit dem Hinterrad über meine Reisetasche. Ich kann mir das ganze nur Perplex anschauen und reagiere nicht schnell genug um sie noch wegzuziehen (was wohl auch nicht ganz ungefährlich gewesen wäre). So ein Ar***! Auf den ersten Blick scheint sie nur dreckig, als ich dann aber am nächsten Tag meinen I-pod Shuffle aus der Tasche nehme, traue ich meinen Augen nicht. Total verbogen der kleine, und die Kopfhörer sind auch zerbrochen. Magischerweise funktioniert er trotzdem noch, auch wenn ich ihn etwas zurecht biegen muss damit er in die Ladestation passt  . Wir fahren also, ich immer noch leicht aufgewühlt wegen der Taschenaktion, mit dem Collectivo zur Busstation und von dort aus wie geplant nach Ocosingo. Dort kaufen wir Tickets für die letzte Fahrt des Tages nach San Cristóbal um 17 Uhr, geben unser Gepäck ab und nehmen uns ein Taxi, dass uns zu einer Collectivo-Station bringen soll, von wo aus es dann zu den Ruinen geht. Keinen Block im Taxi gefahren sehe ich draussen Mally und Elise vorbeilaufen, zwei Internationals von der Tec, mit denen wir uns in Chiapas treffen wollten um zusammen ein paar Tage zu reisen, sie waren schon am Donnerstag Abend losgefahren. Das Taxi hält kurz an, ich springe raus und erfahren, dass sie gerade von den Ruinen zurück und jetzt auf dem Weg nach San Cristóbal sind. Wir verabreden uns für Abends und weiter geht´s im Taxi. An der Collectivo-Station kaufen wir uns im gegenüberligenden Laden Panque (ähnlich Madeleines) und Trinkyoghurt. Nach 20 Minuten Fahrt sind wir bei den Ruinen und nach 5 Minuten zu Fuss kommen wir an einem kleinen Café im freien vorbei und beschliessen unser Panque mit einem Kakao (Andrés) und einem Cappuchino (ich und es ist der Moment in dem meine Liebe zu Chiapas – Kaffeeprodukten beginnt) aufzuwerten – lecker! Dann geht es zu den Ruinen, wieder unmengen von Stufen, die mit einem tollen Panoramablick belohnt werden, natürlich alles mit Fotos dokumentiert. Nach einer kleinen Pause im Schatten und einem Eis beim gleichen Café auf dem Rückweg geht es mit dem Collectivo zurück in die Stadt. Mittlerweile schon halb vier beschliessen wir noch Mittag zu essen bevor wir die Weiterfahrt antreten und lassen uns im Käfer-Taxi zu einem Restaurant aus meinem Guide-Buch choffieren, dass mit der Zapatista Bewegung symphatisiert und tolles Essen haben soll. Während wir warten, rufen wir ein Hostel in San Cristóbal an und obwohl wir uns schon Sorgen bzgl. Kapazität gemacht haben, sind wir schon bei dem ersten erfolgreich und reservieren für die Nacht, danach wälzen wir die ausgelegten Ordner mit Zeitungsartikeln über die Zapatista Bewegung und Geschehnisse der letzten Jahre. Leider braucht das Essen etwas lange, so dass wir am Ende leicht schlingen müssen um noch rechtzeitig zum Busbahnhof zu kommen, es klappt aber noch alles und wie das immer so ist fährt der Bus am Ende mit reichlich Verspätung ab.
In San Cristóbal angekommen laufen wir zu unserem Hostel und ich wundere mich ein bisschen über die Schwärmereien in meinem Guide-Buch, auf mich macht die Stadt keinen besonderen Eindruck (erst am nächsten Tag überzeugt mich die Stadt und wird zu meinem absoluten Favorit in ganz México. Das Klima ist dank der Höhenlage sehr viel gemässigter als noch im nur 3 Stunden entfernten Palenque und kühlt Nachts kräftig ab und die ganze Stadt ist mit kleinen Cafés und Restaurants gespickt und gibt in den Bergen gelegen einen pitoresken Eindruck ab). Wir finden unser Hostel, beziehen das Zimmer, duschen schnell und dann treffen wir auch schon Mally und Elise am Hostel-Eingang. Wir entschliessen uns für eine Café-Bar Mischung und machen es uns in Sesseln bequem während wir die nächsten Tage planen. Für morgen einigen wir uns auf eine halb-tägige Tour zu zwei nahe gelegenen Dörfern, das eine davon San Chamula, über Méxicos Grenzen hinaus bekannt für seine Unabhängigkeit vom Rest des Landes, sie lassen nicht mal Polizei ins Dort, haben ihre eigenen Gesetze und Lebensweise. Irgendwann taumeln wir dann schlaftrunken zurück zum Hostal und hauen uns aufs Ohr, auch morgen geht es recht früh los, aufstehen ist für kurz vor 8 Uhr geplant.Nachdem die Tour am nächsten Morgen gebucht ist bleibt noch etwas Zeit zum Frühstücken. Andrés und ich machen uns also auf die Suche und werden auch schnell fündig, allerdings stellt sich heraus, dass hier gerade heute die Kaffeemaschine streikt. Also weitersuchen. Am Ende fällt unsere Wahl auf ein kleine Eck-Café, dass gleichzeitig eine Art kleiner Laden für Artesanias und Kaffee ist. Und der Kaffee ist: köstlich! Genau wie die heisse Schokolade für die Andrés sich entscheidet. Dazu gibt´s Pan dulce aus der Bäckerei gegenüber, so beginnt man den Tag richtig :) . Dann geht´s im Laufschritt zurück zum Hotel und von dort aus zusammen mit Mally und Elise zum Tour Office. Bis es dann richtig los geht dauert es mal wieder etwas…typisch mexikanisch eben. Die Dörfer stellen sich als interessant heraus. Das erste sehr traditionell aber dennoch in das mexikanische Regierungs- und Rechtssystem eingebunden. Das 2., San Chamula, der grelle Gegensatz. Während politisch gänzlich abgeriegelt von der Aussenwelt ist hier eine bunte Mischung aus Fortschritt/Technik und Tradition zu sehen. Die Autos auf den Strassen sind auch schon mal das neueste Modell, trotzdem wird überwiegend die traditionelle Kleidunga aus struppiger Schafwolle getragen. Das gleiche Bild trifft auf die Religion zu, traditionell wird aus allen möglichen Gründen Posh getrunken, ein hochalkohol haltiges Getränk, auch in der Kirche. Rülpsen wird als Zeichen dafür gesehen, dass die Seele deinen Körper verlässt um dann gereinigt wieder aufgenommen zu werden. Dies wurde früher durch ein in einem langwierigen in der Erde gebrautem Getränk herbeigeführt und heute, pragmatisch wie die Mexikaner sind, durch Cola ersetzt. Naja, diese bunte Mischung erscheint mir, wenn auch interessant und teilweise lustig anzusehen, etwas fraglich. Obwohl mit Jeans, Turnschuhen und sogar einem Pulli ausgerüstet macht uns die kühle Höhenluft zu schaffen und zurück in San Cristóbal sind wir alle reichlich durchgefroren. Da es eh Mittagszeit ist, beschliessen wir essen zu gehen und uns dabei ein wenig aufzuwärmen. Danach erkunden wir die Stadt ein wenig und um 20 Uhr geht es dann in ein Kulturzentrum um uns einen Dokumentarfilm über die Entwicklung der Zapatista Bewegung anzuschauen, was äusserst interessant und zumindest für mich dringend notwendig war. Beim rausgehen passieren wir das Restaurant des Hauses in dem auch ein offener Kamin einladend seine Flammen spielen lässt und so beschliessen wir uns hier für einen Drink niederzulassen. So lassen wir den Abend (ich bei einem Glas Wein) verstreichen, starren ins Feuer, unterhalten uns und geniessen das Leben.

Für Mittwoch haben wir uns vorgenommen die Stadt gründlich zu erkunden und die teilweise sehr interessanten Museen zu erkunden. Nach einem platano-granola Liquado (Mischung aus Banane, Milch und Müsli, alles im Mixer gemischt und super lecker) meinerseits und einem platano-avena Liquado für Andrés (das ganze mit Haferflocken statt Müsli) und einem kleinen Umzug in ein anderes Hostel mit besseren Betten und einer tollen Terasse (ich hatte im alten nicht besonders gut geschlafen) geht es weiter zum Treffpunkt mit Mally und Elise, die in einem anderen Hostel untergekommen sind. Zuerst geht es zum Museum für Maya-Medizin. Etwas ausserhalb gelegen laufen wir dafür durch die Vororte San Cristóbals und kommen dann zu dem kleinen und liebevoll bestückten Museum. Hier werden Riten erklärt wie: wie viele Kerzen welcher grösse und Farbe muss ich kaufen und anzünden um dies und jenes zu heilen, aber auch, wie die traditionelle Geburt verläuft, bei der die Frau das Kind knieend (!) und halb in den Armen des Mannes der vor ihr sitzt zur Welt bringt (das gab es auch als Video dokumentiert zur Veranschaulichung). Danach geht es zum Bernstein-Museum, eine weitere Spezialität der Region. Nach dem Mittagessen wird dann der grosse Artesania-Markt erkundet und einzig die Tatsache, dass ich jetzt schon übergepäck habe, hält mich davon ab Berge zu kaufen. Trotzdem, vor allem die günstigen Ledertaschen, die es hier in Tausend und einem Design gibt, haben es mir angetan. Gekauft wird für´s erste, abgesehen von einer Kleinigkeit für Ronja, nichts. Mittlerweile ist es schon früher Abend, und Andrés und ich gehen unsere Mittags abgegebene Wäsche abholen, ein Puli und eine Jeans waren bei den kühlen Temperaturen San Cristóbals wohl doch nicht genügend. Danach geht es zu einer Theateraufführung für die wir schon morgens Tickets erstanden hatten. Thema: die Auseinandersetzungen zwischen den Herrschern von Toniná und Palenque. Fazit: die Kostüme sind toll, die Inszenierung insgesamt überzeugt mich nicht, denn die Dialoge werden in der traditionellen Sprache der Mayas gesprochen, so dass das lesen des Programms vorab Pflicht ist um überhaupt einen Schimmer zu haben was da vor sich geht, und auch damit muss man es sich eher zusammenreimen. Nun ja, so teuer waren die Tickets auch nicht.
Für Donnerstag Vormittag hatten wir uns überlegt eine Fahrrad-Tour zu machen, dafür geht es wieder früh aus den Federn, auf dem Weg noch schnell ein Liquado getankt und um 8.15 Uhr stehen wir vor der Tür des Veranstaltes. Nachdem wir mit Unterschrift unsere Selbsthaftung im Falle eines Falles bestätigt haben, werden Fahrräder und Helme angepasst und es geht los. Die Gruppe ist relativ überschaubar, ein mexikanisches Pärchen, ein alleinreisender New Yorker Programmierer und wir vier. Schon bei dem kruzen Stück aus der Stadt raus kommen wir ganz schön ins Schwitzen, ist eben doch nicht das selbe wie Spinning, wo du selbst entscheidest wie steil die Anhöhe ist und wann sie aufhört. Kaum sind wir im freien Gelände wird´s noch steiler, und das für ganz schön lange Strecken und ich beginne mich zu fragen, warum ich eigentlich so begeistert von der Idee war eine Mountainbike-Tour zu machen? Doch jetzt ist es eh zu spät und so mühen wir uns einer nach dem anderen hinau – und werden wenig später belohnt…denn wo es raufgeht, da geht es irgendwann auch wieder runter und die Abfahrt ist toll. So radeln wir ca 3 Stunden durch die bergige Landschaft um San Cristóbal herum. Als wir dann zurück sind wird natürlich erstmal ausgiebig geduscht – tut das gut! Danach geht´s zum Mittagessen, der New Yorker kommt auch mit. Bei dem anschliessenden Versuch das Kaffee-Museum zu besichtigen werden wir enttäuscht, heute und morgen geschlossen, wegen Osterfeiertagen wie sich später herrausstellt. So ein Mist, das wäre bestimmt interessant gewesen. Stattdessen geht es nochmal zum Rundgang auf dem Markt in dessen Gassen man sich leicht verirren kann. Nach einem revitalisierenden Kaffee für Andrés und mich auf dem Zocalo (Mally und Elise vergnügen sich derweil anderwertig) und einem kurzen Abstecher ins Hostel, treffen wir uns vor einer der vielen Kathedralen wieder und geniessen das Leben der Mexikaner und Touristen für eine Weile an uns vorbeitreiben zu lassen. Dann beschliessen wir, heute mal auf dem kleinen „Essensmarkt” hier zu essen und Andrés erklärt sogleich er werde ALLES probieren, eine Drohung die er wenig später ehrgeizig verfolgt  . Zuerst wird allerdings noch Cerveza vom Oxxo besorgt, denn was sind schon Tacos ohne die entsprechende Flüssige Beilage. Zusammen starten wir mit je einer riesen Quesadilla, die je nach Geschmack mit Huhn, Chorizo (ihhh! Schweinehaut), Rind oder Schwein. Weiter geht es mit Pizza von einem anderen Stand, doch schon hier hängt Andrés Mally und mich ab (Elise hält noch mit). Weiter geht es dann für ihn mit Tamal mit Mole (eine Tasche aus Maismehl mit typischer chiapaneco Füllung. Langsam fängt er nun aber an zu schwächeln. Als nächstes stehen Churros mit fritierter Banane an, die ich mir mit ihm teile – mhhh, lecker! Dann gibt es noch einen Pancake mit lechera und cajeta den wir uns alle teilen und zum Schluss heissen Früchtepunsch (allerdings ohne Alkohol, wobei der unserer Verdauung im Moment wahrscheinlich gut tun würde). Es kommt wie es kommen musste, wenig später ist uns allen, manchen mehr und manchen weniger, schlecht, inklusive Bauchschmerzen. Es passt eben doch nur ein bestimmtes Volumen in den Magen :) . Nachdem wir noch eine Weile zufrieden (im Sitzen geht es) das treiben beobachten geht es in die jeweiligen Betten.
Freitag, es ist unser letzter Tag in Chiapas. Andrés und ich haben uns entschlossen, wie auch Mally und Elise schon am Freitag Abend nach Querétaro aufzubrechen und dafür noch etwas von den heimischen Osterfeierlichkeiten mitzubekommen. Die Alternative wäre die Weiterfahrt nach Tuxla, der Bundeshauptstadt gewesen, die allgemein als eher hässlich und unsehenswert beschrieben wird.

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Apr
4

Chiapas here we come!

So, es ist beschlossene Sache, morgen geht´s nach Chiapas. Aber ich fange mal von vorne an. Andrés hat es nach einigen Komplikationen geschafft sich seinen Weisheitszahn am Mittwoch hier in Querétaro ziehen zu lassen. Jetzt läuft er mit einer geschwollenen Wange herum und kann nur Flüssignahrung zu sich nehmen – meiner Meinung nach in México gar nicht so schlimm, weil es an jeder Ecke leckere Liquados und Säfte gibt, trotzdem natürlich nicht das selbe wie eine uneingeschränkte Ernährung. Soweit so gut, unserer gemeinsamen Reise steht also nichts mehr im Weg…fast nichts. Am Donnerstag Abend kam er dann bei mir vorbei um die Abreise zu besprechen und Bustickets zu kaufen. Eigentlich war angedacht am Freitag Nachmittag/Abend loszudüsen (ich muss seit Wochen zum ersten Mal wieder Freitags arbeiten), die Tickets für den späten Abend sind allerdings schon ausverkauft und am Nachmittag kann ich noch nicht. Nach einigem hin und her entschliessen wir uns dann am Samstag um 16 Uhr von México Terminal Norte aufzubrechen, Kosten 806 MXP. Da muss man natürlich auch erstmal hinkommen, also auch noch Tickets von Querétaro nach DF gekauft, für je 105 MXP. Einziges Problem: die Internetseite spielt mal wieder nicht mit. Als schon alles über die Bühne gelaufen ist, Namen eingegeben und Kreditkartennummer geschickt ist, bleibt die Seite hängen. Ja wie jetzt, haben wir die Tickets jetzt gekauft oder nicht? Wir rufen bei der Hotline an, warten geduldig Minutenlang und erfahren dann, dass der Vorgang trotz Abschluss als noch offen erscheint. Den brechen wir dann also ab und kaufen statt dessen per Telefon, auch nicht ganz einfach meinen Namen Mexikanern zu buchstabieren, die irgendwie chronisch was anderes verstehen. Doch dann ist es geschafft, der Hinweg ist gesichert, darauf gibt es erstmal ein “high five” mit Andrés. Mittlerweile ist es weit nach 22 Uhr, mit der Aussicht morgen früh arbeiten zu gehen verabschieden wir uns und ich hüpfe ins Bett…beim Einschlafen freue ich mich schon riesig auf Chiapas und überlege mir, wo wir überall hindüsen.

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Apr
2

die letzten zwei Wochen…

So, nachdem wir es ja letztes Wochenende nicht zu den Schmetterlingen geschafft hatten wollten wir einen neuen Versuch starten. Um nicht an einem Tag 12 Stunden im Bus zu sitzen hatten wir uns überlegt am Samstag nach Morelia aufzubrechen, uns die Stadt anzuschauen und dann am Sonntag den Schmetterlingen einen Besuch abzustatten. Gesagt getan, um 10.45 Uhr am Samstag treffen Mora und ich uns an der Busstation um dann mit dem 11.15 Uhr Bus nach Morelia zu fahren. Einziges Problem: der ist schon voll. Naja, dann nehmen wir halt den um 11.45 Uhr, da ist noch jede Menge Platz. Die Wartezeit vertreiben wir uns Liquado (Mischung aus Obst, Milch, Eiswürfeln und ein bisschen Zucker) schlürfend und dann geht es auch schon los. Die Busfahrt geht dank Moras am Vortag gebackenen und super leckeren Chocolate-Chip-Cookies, meinem neu erstandenen Buch und ein bisschen Dösen auch im Nu rum und schon sind wir in Morelia. Dort suchen wir uns als aller erstes Mal mit Hilfe meines “Lonely Planet” Mexico Guides ein Hotel um unsere Rucksäcke loszuwerden und in luftigere Flip Flops zu schlüpfen. Jetzt steht der großen Stadt-Erkundungstour nichts mehr im Wege…außer vielleicht: unsere schon laut gähnende Müdigkeit. Also erstmal mit einem Kaffee gedopt, was natürlich mit Stil und im Zentrum geschehen muss. Von dort aus wandern wir dann los, und wandern, und wandern…bis es dann irgendwann gegen 9 Uhr Abends ist, die Luft langsam kühler, die Beine Müde und die Mägen hungriger werden. Nach einem kurzen Abstecher in unser super zentral und gegenüber einer Kirche samt kleinen Platz gelegenem Hotel um uns Pullover zu holen geht es dann also weiter auf Essenssuche. Uns ist nach Pizza oder leckeren Tortas (Sandwiches mit allem was man sich nur so vorstellen kann, ganz klassisch aber zum Beispiel mit Huhn, Tomate, Käse und Avocado). Gar nicht so einfach, wenn man dabei auch noch nett sitzen möchte, doch schliesslich finden wir etwas. Als wir dann anheben um Tortas zu bestellen stellt sich heraus – gibt es nicht, das Brot ist schon alle, wir sind zu spät. Aber ansonsten können wir alles was auf der Karte steht bestellen und das tuen wir dann auch. Na gut, nicht alles, sondern Mora Enchiladas und ich meine heiss geliebten Chilaquiles – lecker! Danach, wenn auch schon reichlich müde, beschliessen wir noch in einer Bar mit Live Musik reinzuschauen, in der wir wenig später, jeder sein Corona vor sich stehend, immer tiefer in unseren Ledersesseln verschwinden während die Augenlieder immer schwerer werden…na gut, also doch ab ins Bett. Am nächsten Morgen geht es dann schon früh raus, um 8.30 Uhr werden wir abgeholt um mit einer kleinen Reiseorganisation zu den ca. 3 Stunden entfernten Schmetterlingen zu fahren. Beinahe verpassen wir uns, denn wir warten nicht in der Lobby sondern statt dessen lieber draussen in der Sonne, trotzdem, am Ende klappt es doch noch. Dann sitzen wir auch schon im Mercedes Sprinter Verschnitt, der leider platztechnisch so gar nicht mit „Primera Plus” mithalten kann, unserer Wahl-Busgesellschaft um von Queretaro nach Morelia und zurück zu gelangen. Wie auch immer, wir überleben es, unsere Beine leider nicht  Quatsch, die natürlich auch! Im „santuario rosario” angekommen steht uns ein langer Anstieg bevor und wir machen uns schwitzend auf den Weg. Irgendwann lichten sich dann endlich die Bäume und wir kommen auf eine Wiese, auf der ein paar Kühe und Pferde weiden und eben auch eine Handvoll Schmetterlinge umherschwirrt. Leicht irritiert verschnaufen wir, um dieses Bild in uns aufzunehmen. Wie jetzt, das ist es? Dafür sind wir 7 Stunden lang Bus gefahren und hier hoch geklettert? Nein, erfahren wir bald, das wirkliche Spektakel spielt sich noch ein bisschen weiter entlang des Pfades ab. Und tatsächlich, keine 5 Minuten später stehen wir wieder mitten im Wald und es wimmelt nur so von mariposas. Sie flattern durch die Luft, landen in Paaren auf dem Boden um sich zu paaren (hihi, was ein Satz), oder sonnen sich auf Ästen und zwar in solchen Massen, dass sich diese im geballten Gewicht von Schmetterlingen (!) nach unten biegen. Ein Spektakel. So verbringen wir eine gute Stunde, beobachtend, fotografierend, die Sonne geniessend. Ja, die 7 Stunden lange Busfahrt und auch der steile Anstieg haben sich gelohnt. Bevor es am Nachmittag zurück nach Morelia geht wird noch gegessen, das ist in der Tour enthalten…dann falten wir uns wieder in unsere Sitze und treten den Rückweg an. In Morelia angekommen schnappen wir uns direkt ein Taxi Richtung Busbahnhof. Jetzt bloss keine Zeit verlieren, immerhin ist es schon halb neun und wir haben noch eine gut 3 stündige Fahrt bis nach Querétaro vor uns. Wann die Busse fahren wissen wir nicht…der Plan ist dort aufzukreuzen, nachzufragen, gegebenenfalls zu warten und dann eben loszufahren. Wir haben Glück, innerhalb von 10 Minuten fährt der nächste, und das auch noch mit unserer Lieblingsgesellschaft „Primera Plus”. Wir entscheiden uns wie schon auf dem Hinweg für die erste Sitzreihe auf Beifahrer-Seite, die viel Fussraum und dazu auch noch den tollen Panoramablick verspricht. Wenig später stellt sich heraus, dass für die uns eingeschlossenen 4 Pasagiere mehr als genug Platz ist 
Um Punkt Mitternacht kommen wir in Querétaro an, eine viertel Stunde später bin ich per Taxi zu Hause – home sweet home – ich freue mich auf mein Bett, die letzte Nacht hatte ich trotz grosser Müdigkeit ungewöhnlich schlecht geschlafen. In Aussicht steht am nächsten Morgen um 7.30 Uhr in der Firma anzutanzen. Der Spanischkurs fällt aufgrund des nationalen Feiertags aus. Warum wir trotzdem arbeiten? Den haben sie bei uns auf Freitag verlegt, der ja seit geraumer Zeit eh schon frei ist.
Am Montag morgen fühle ich mich jedoch ordentlich zermatscht und beschliesse mich krank zu melden…das erste Vorzeichen des Sturms der sich hiermit ankündigt. Am Dienstag gehe ich zwar zu meinem Spanischkurs und danach auch arbeiten, doch als ich nach dem Mittagessen eigentlich Richtung für meinen zweiten KursTec aufbrechen muss entscheide ich mich stattdessen nach Hause ins Bett zu gehen. Der Anlass: Magenkrämpfe. Eine gute Wahl, denn schon auf dem Weg bekomme ich starke Gliederschmerzen, zu Hause fühle ich mich dann als würde mein Körper glühen. Ich Andrés unser geplantes Abendliches Treffen ab, bei dem wir den für das kommende Wochenende vorgesehenen Strand-Trip planen wollten. Toller Freund der er nun mal ist, fragt er mich ob ich irgendwas brauche. Er ist gerade wieder gesund geworden und nachdem wir Symptome verglichen haben und sie abgesehen von meinen Bauchschmerzen übereinstimmen, schlägt er mir vor mir die gleichen Tabletten zu kaufen und vorbei zu bringen, die er genommen hat. Ich stimme dankbar zu und gebe gleich noch viel Wasser in Auftrag, unsers ist gerade alle geworden und viel trinken ist ja wichtig.
Mit den Tabletten geht es mir schon um einiges besser, trotzdem, die Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist nicht gerade erholsam. Andauern wache ich auf weil mir alles weh tut und viel zu heiss ist, weniger anziehen will ich aber auch nicht, immerhin bin ich schon krank und am Nachmittag war mir trotz hoher Temperatur auch immer wieder kalt. Damit ist es beschlossen, auch den Mittwoch werde ich wohl zu Hause bleiben. Meine Gastmutter offenbart mir auf meine Schilderung hin, dass Haferflocken in Mexiko bei Magenproblemen auf keinen Fall gegessen werden, statt dessen Reis. Ausserdem vertraut sie mir ein Hausrezept an, dass ich dann auch gleich probiere: einen Esslöffel voll Olivenöl, darauf Salz und Limonensaft (ja, sogar hier!), und das ganze schlucken. Dann einen heissen Tee hinterher trinken, damit sich das Fett nicht im Hals festsetzt. Interessant und nicht so eklig wie es sich anhört. Ein bisschen geholfen hat es mir. Da meine Magenprobleme mittlerweile aber vermutlich eher auf die Antibiotika als auf Essens-Vergiftung zurück zu führen sind, bin ich noch nicht ganz geheilt.
Am Ende war ich die ganze Woche krank, habe dadurch leider auch unser Spanisch-Frühstück verpasst und musste den Strand-Trip verschieben. Auch das Wochenende habe ich noch extrem ruhig angehen lassen. Als ich am Sonntag Nachmittag einen Ausflug ins Zentrum wage fühle ich mich immer noch leicht wacklig auf den Beinen.
Montag morgen lasse ich dann den Spanischkurs ausfallen…die Idee ist den Tag nicht ganz so anstrengend zu machen und dadurch hoffentlich die Arbeit und auch den Kurs von 19-22 Uhr zu überstehen. Das klappt auch ganz gut. Als wir dann spät abends aus dem Klassenzimmer kommen sprühe ich nur so vor Energie! Offensichtlich bin ich über den Berg, die Grippe ist endlich überstanden!
Trotz neu zurück gewonnener Gesundheit verläuft die Woche recht ruhig. Am Dienstag Nachmittag traue ich mich das erste Mal wieder zum Spinning. Anstrengend, aber danach fühle ich mich wunderbar zufrieden. Abends gehe ich mit Andrés im Zentrum essen. Ein witziger Ort, die Wände sind mit kritzeleien übersäht, in einem kleinen Fernseher läuft lautlos Popeye und ausserdem gibt es ein Hochbett (was natürlich kein Bett, sondern eine Art zweites Stockwerk ist, mir fällt nur gerade keine bessere Umschreibung ein) mit zwei Tischen, auf dem wir uns niederlassen. Eigentlich sollten auch Maia und ihre Schwester die sie gerade aus Deutschland besucht dabei sein, doch die hat es jetzt mit Magenproblemen erwischt.
Am Mittwoch Abend steht dann das gemeinsame Kochen mit dem Spanischkurs an. Nach der Arbei rase ich im Eiltempo nach Hause, um mich noch schnell umzuziehen, mir kann es nie schnell genug gehen, aus den Arbeitsklamotten rauszukommen. Kochen tuen wir nicht etwa nur ein Gericht. Nein, am Ende haben wir ein ganzes Menü, mit Pozole (typische Suppe), ensalada de Nopales (Salat aus einem sehr typischen, kaktusartigem Gemüse), Enchiladas Veracruzanas (dafür war mein Team zuständig. Man fritiert Tortillas, füllt diese mit Rührei und übergiesst das ganze mit einer Salsa auf Bohnenbasis. Oben drauf kommt noch Crema – wie eine Kreuzung aus Sahne und Créme Fraiche – und geriebener Käse. Hört sich wahrscheinlich geschmacklich etwas langweilig an, ist es aber ganz und gar nicht), Guacamole, ein Gericht aus Maispaste, dessen Name mir gerade entfallen ist, und zum Nachtisch Törtchen mit einer leckeren Creme und Pfirsichen. Bei so vielen und teilweise auch komplizierten Gerichten könnte man denken, wir hätten stundenlang gekocht. Haben wir nicht. Magischerweise und dank sehr routinierter und toller Vorbereitung der Chefköching, ging das ganze recht flott und ohne Chaos von der Bühne und war natürlich super lecker.
Das Wochenende habe ich dann sehr relaxt verbracht, meine Idee das Strandwochenende nachzuholen ging leider nicht auf, da Andrés Probleme mit seinen Weisheitszähnen hat (es tut noch nicht doll weh…aber er merkt, dass sie schief raus wachsen) und in der Hoffnung sie am Samstag von seinem Zahnarzt gezogen zu kriegen, nach Hause gefahren ist. Am Samstag geht´s mal wieder ins Kino, “Grand Torino”, directed and produced by Clint Eastwood, der auch noch die Hauptrolle spielt. Ansehen wollte ich mir den schon lange und es hat sich wirklich gelohnt, ein super Film, 2 Daumen hoch.
Am Sonntag Abend kommt Andrés zurück und bringt schlechte Neuigkeiten mit: sie konnten ihn nicht operieren, vermutlich übernächste Woche. Warum das so schlimm ist? Weil das unsere „Semana Santa” ist, das heisst Ferien von der Uni aus und durch die anhaltende wirtschaftliche Krise hat auch die Firma beschlossen die komplette Woche und nicht wie zuerst geplant nur Donnerstag und Freitag zu schliessen. Da das meine letzte Chance sein wird weiter weg zu reisen möchte ich unbedingt nach Chiapas, ein hoch gepriesener Staat im Süden Méxicos (übrigens auch Heimat von Paco und Betto aus Monterrez), mit Dschungel, Ruinen, Meer und allem was man sich nur wünschen kann. Jetzt ist die grosse Frage: Kann Andrés noch vorher operiert werden? Und wenn nicht, mit wem fahre ich dann nach Chiapas?

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