Adventure, here I come
Apr
27

Schweinegrippe in México

scary stuff – bis zum heutigen Tag schon 86 Tote und der Herd des ganzen keine 200 km entfernt in México D.F. (Distrito Federal = Mex City). Trotzdem, in Querétaro geht das Leben seinen alltäglichen Gang, es gibt zwar einige bekannte Krankheitsfälle, aber noch keine Toten und auch von einer Panik ist noch keine Spur.

Fazit des ganzen: mir geht es gut, macht euch keine Sorgen! Ich passe auf mich auf, gehe mir nachher noch einen Mundschutz kaufen (zusammen mit der After Sun Lotion – ich habe es schon wieder geschafft mich ordentlich zu verkohlen, will i never learn it?) für den Fall, dass ich doch Mal in einem überfüllten Bus fahren sollte und werde natürlich auch verschärft auf Symptome achten.

So no worries, i’m a big girl and will be careful!

Update 22:52

Mittlerweile haben Andrés und ich 4 Apotheken abgeklappert, der Mundschutz ist schon überall ausverkauft, Andrés versucht es morgen früh nach 10 Uhr nochmal bei einer in seiner Nähe, bis dahin sollen neue gekommen sein…

Die TEC und alle anderen Schulen und Universitäten in Querétaro (der Staat, nicht die Stadt) sind ab sofort bis zum 6. Mai geschlossen (ich sehe das ganze von der (un-) praktischen Seite, denn das heißt mehr Zeit in der Firma verbringen), außerdem sollen alle Ansammlungen von Menschen wie Veranstaltungen, Kino, Busse, Einkaufszentren etc. gemieden werden (gut, dass Andrés und ich gestern Nacht noch im Kino waren :) ). Wenn ihr mich fragt, wird hier ganz schön die Panik angekurbelt. Klar, die meisten Maßnahmen sind sinnvoll, trotzdem fehlt im Radio und ähnlichem der regelmäßige Hinweis, dass Infizierte bei einer frühen Erkennung und Behandlung der Symptome nicht gefährdet sind.

Ich halte euch auf dem laufenden.

Update 28.04.

Gestern noch liefen nur vereinzelt Mitarbeiter in der Firma mit Gesichtsschutz rum, heute waren es schon an die Hälfte. Masken sind überall dauerhaft ausverkauft, mittlerweile konnte ich eine vom Baumarkt-Typ ergattern, allerdings habe ich vor die nur im Bus und an überfüllten Orten aufzusetzen. Mein Bruderherz hat mir eine super süße Mail geschrieben mit allen möglichen Vorsichtsmaßnahmen, inklusiver genauer Anweisung wie oft und wann ich mir die Hände waschen muss um mir in der Nase zu popeln, oder wie er es ausgedrückt hat wenn ich “einen Popel bergen muss” :) . Außerdem mach ich mir bei dem Gerücht, die Länder könnten ihre Grenzen schließen, ein bisschen Sorgen, was ist wenn ich dann nicht mehr nach Hause darf? Naja, wird schon nicht so schlimm sein, immerhin sind’s noch anderthalb Monate und da kann viel passieren.

Das war’s erstmal aus dem Kriesengebiet, irgendwie ist das Leben abgesehen von den vielen Gesichtsmasken um mich herum doch irgendwo noch ziemlich normal, und an die gewöhnt man sich auch immer mehr.

Update 30.04.

Laut Anweisung aus Mexico City sind ab morgen (Freitag) bis einschließlich 5. Mai alle Firmen, die nicht zur Herstellung Lebensnotwendiger Güter oder Serviceleistungen dienen, zu schließen. Das ganze hört sich dramatischer an als es ist, da 2 von den 3 Tagen eh Feiertage sind, dennoch eine recht deutliche Ansage. Mittlerweile bin ich leicht krank geworden, war natürlich direkt brav beim Arzt um jegliche Verbindung mit der Schweinegrippe auszuschließen und bin auch schon fast wieder gesund. Es waren wohl die ersten Vorläufer einer normalen Grippe mit irritiertem Hals, Kopf- und Gliederschmerzen, jetzt allerdings schon auf leichte Halsschmerzen reduziert, da gleich am Anfang attackiert. Ihr seht, ich halte mich wacker…und mal ganz abgesehen davon, inzwischen habt ihr den Virus ja auch schon in good ole Germany, also, passt ihr gefälligst auch auf euch auf. Der geplante Strandtripp fällt dadurch allerdings leider schon zum 3. Mal ins Wasser – annoying!

Update 07.05.

So, mittlerweile wird wieder gearbeitet (seit gestern) und auch die Uni ist wieder offen und es finden regulär Kurse statt (seit heute). Die neue Regelung der TEC ist, die verpasste Woche nachzuholen und somit die Klausuren-Phase um eine Woche nach hinten zu verschieben…good as far as it concerns me! Als ich heute morgen den Campus betrat wurde ich direkt mit Mundschutz und Desinfektionsgel empfangen, was pro forma an alle Studenten verteilt wird. Die wenigsten tragen allerdings ihre Masken, mittlerweile kommt einem die Situation hier recht übertrieben vor, schließlich gibt es in ganz Querétaro bisher nur 2 infizierte Personen. Naja, Vorsicht ist wohl besser als Nachsicht und die werde ich wohl auch weiterhin üben, also keine Sorge.

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